• __________ Vorwort zur Müllentsorgung ___________________

 

Deutschland hat ein effektives System der Abfallentsorgung.
Das hat sich als notwendig, brauchbar und sehr wirkungsvoll herausgebildet.
Teil davon -aber nicht alles- ist das ‘Duale System‘.
Allerdings bedarf es, das Verfahren gut zu kennen.
Dazu soll dieser Leitfaden beitragen.

 

Das System ist nicht kostenfrei; es fallen  erträgliche Gebühren an – sofern die Bedingungen von jedem eingehalten werden. Es nicht zu beachten, verursacht erhebliche zusätzliche Kosten, die zunächst von allen getragen werden müssen. Der Verursacher wird aber stets zur Rechenschaft gezogen. Es kann zusätzlich mit einer Strafe gerechnet werden, die erheblich sein kann.

 

Müll und Abfall (auch Papier, Teebeutel und Zigarettenstummel)

dürfen auf keinen Fall einfach in die Landschaft geworfen

oder achtlos zurückgelassen werden. Das ist nicht nur ekelhaft und verschandelt die Landschaft, sondern es zieht vor allem Ungeziefer an.

Und Ungeziefer verbreitet nachweislich schlimme Seuchen.

 

Diese Situation gab es in Europa im Mittelalter, als Pest, Typhus, Ruhr und Cholera unsägliches Leid über die Menschen brachten.  Dank eines ausgeklügelten Systems - und weil sich alle daran halten - sind diese Seuchen bei uns nicht mehr bekannt. Wenn also viele Menschen zusammenleben, ist Sauberkeit oberstes Gebot.

Die individuelle Freiheit endet wo ein anderer sich belästigt fühlt.

 

Dafür ist unser System der Abfallentsorgung geschaffen worden; und es hat sich als gut brauchbar herausgestellt und bewährt. Seuchen gibt es deswegen in zivilisierten Ländern –die auch ähnliche Systeme haben- nicht mehr.

Voraussetzung ist natürlich, dass sich jeder sowohl aus Eigen- als auch aus Gemeinschaftsinteresse selbst mit dem System bekannt macht – und sich auch unaufgefordert daran hält. Dieser Leitfaden soll dabei helfen.

 

Es wird ihn in einigen Sprachen geben, auch für Analphabeten.

Wer es aus Unkenntnis, Gleichgültigkeit, Gewohnheit, Bequemlichkeit oder gar aus Vorsatz oder Boshaftigkeit nicht beachtet, vergeht sich in grober und gefährlicher Weise an unserer Gemeinschaft – und an sich selber.

 

 

 

 

  • __________ Aufbau / Prinzip _______________________

Das System ist leider nicht auf einem bundeseinheitlichen Verfahren aufgebaut. Es kann auch nicht unbedingt von einer gemeinsamen Logik ausgegangen werden. Deshalb kann ich hier auch nur eine generelle Beschreibung liefern, die auf dem Main- Kinzig- Kreis, und da speziell auf der Gemeinde 63628 Bad Soden- Salmünster, basiert.

Möglicherweise wird auch deren Verfahren immer mal geändert.

 

Nur wer sich selber darum kümmert, kann also die lokalen gesetzlichen Auflagen erfüllen. Prinzipiell ähneln sich jedoch alle Verfahren.

 

Das gängige Verfahren:

 

  • Verpackung: Der  Grüne Punkt mit dem  Gelben Sack
    mit der im voraus bezahlten Abfuhr der Verpackungen;
    nicht jedes Plastic oder Blech-  sondern  nur Verpackungsmaterial.
    Kinderspielzeug ist zwar Plastic, aber keine Verpackung.
  • Papier:  Blaue Tonne für die Abfuhr von  Papier;
  • Bio:  Braune Tonne für die Abfuhr kompostierbarer  Bio- Abfälle;
  • Glas:  Container für Glasentsorgung;
  • Restmüll:  Schwarze Tonne für den  Restmüll.
    Restmüll wird als unverwertbar behandelt, und ist damit auch die teuerste Art der Entsorgung. Deswegen soll auch nicht wahllos einfach alles in die Restmüllentsorgung geworfen werden.

 

  • Altkleidersammlung
    Dann gibt es noch die
    Altkleidersammlung.
    Das sind ja keine zu entsorgenden Abfälle, sondern gut zu gebrauchende
    Kleidungsstücke und Schuhe. Hierzu gibt es auch gesondert aufgestellte Container. Die Finanzierung dieses gemeinnützigen Dienstes wird durch die eingeworfene Bekleidung gesichert. Das bedeutet, dass dem Spender keine Kosten entstehen. Verwertbare Sachen werden an Bedürftige ausgegeben.

 

  • Batterien, Akkus
    Batterien und Akkus enthalten Gift. Sie dürfen deswegen nicht einfach weggeworfen werden. Sie werden gesammelt, und bei dafür eingerichteten Stellen abgliefert. Das sind oft Elektrogeschäfte oder Baumärkte. Die meisten Gemeindeverwaltungen haben auch so eine Sammelstelle. Das Verfahren ist kostenlos.

 

  • Sperrgut
    Für größere Teile gibt es die unregelmäßige
    Sperrgutabfuhr. Hiermit können nicht mehr benötigte Möbel entsorgt werden. Diese Teile werden am Tage vor der Abfuhr am Strassenrand abgestellt. In vielen Gegenden fahren dann schon Sammlerkolonnen durch die Orte, und die suchen sich die brauchbaren Sachen heraus. Diese Sachen tauchen dann in anderen Ländern oder auf Flohmärkten auf. Sie erfüllen dann noch einen guten Zweck, anstelle dass sie von der offiziellen Abfuhr endgültig verschrottet werden.

 

  • Elektrogeräte
    Für
    Elektrogeräte gibt es eine spezielle Abholung. Elektrogeräte sind kein Restmüll.
    Hier wird eine zuständige Stelle angerufen, und diese sagt, wann die Geräte abgeholt werden. Es erfolgt also keine turnusmäßige Sammlung. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass nicht wegen eines kleinen Wasserkochers oder eines defekten Toasters eine Sammlertruppe angefordert wird. Deswegen werden mehrere Stücke vom Hausmeister gesammelt; und wenn genug zusammen kamen, dann wird der Abholdienst gerufen. Dieser Dienst ist kostenlos.
    Elektrogeräte sind zum Beispiel Fernseher, Monitore, Personal Computer, Kühlschränke, Herde, Toaster, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Waschmaschinen.

 

  • Lampen, Leuchten
    Glühbirnen, Neonlampen, LED, Halogen werden unterschiedlich entsorgt.
    Sowohl Rückgabe defekter Sachen an den Handel als auch in die Schadstoffentsorgung.

 

  • Medikamente
    Eine Sonderstellung nehmen Medikamente, Arznei ein.
    Medikamente, die nicht mehr zu gebrauchen sind, nimmt die Apotheke zum Entsorgen an.
    Größere Mengen können auch im Schadstoffmobil abgegeben werden.
    Nicht in die Toilette oder Spüle entsorgen, auch keine Tropfen oder Säfte.

 

 

  • Sondermüll
    Besonderer Müll kann entweder persönlich auf dem Bauhof etwas außerhalb des Ortsteiles Salmünster angeliefert werden – oder zu verkündeten Zeiten bei einem Schadstoffmobil abgeben werden. Termine werden bekannt gegeben in der lokalen Ortszeitung. Öffnungszeiten beachten.

 

  • Abfallkalender
    Termine zur Müllabfuhr und für den Sondermüll stehen im Abfallkalender der Gemeinde. Dieser steht als pdf- Datei im Internet, und er kann von dort kostenlos bezogen werden. Zum Jahreswechsel wird dieser Kalender auch kostenlos an alle Haushalte verteilt.

 

 

 

  • __________ Die Tonnen ________________________


 

  • Gelber Sack – Gelbe Tonne – Grüner Punkt

 

Hier wird Verpackungsmaterial entsorgt.

Dieses Verpackungsmaterial trägt ein Symbol, den Grünen Punkt.
Der Grüne Punkt muss nicht unbedingt grün sein,
das Symbol  ist in jeder Farbe gültig.

Was bedeutet der Grüne Punkt?

Beim Kauf einer Ware, die den Grünen Punkt auf der Verpackung trägt, wird die Entsorgungsgebühr für die Verpackung schon beim Kauf (im voraus) entrichtet. Das heißt, dass keine Gebühr mehr für die Entsorgung anfällt - sofern die Entsorgung wie vorgesehen geschieht. Demnach müssen diese Verpackungen in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne entsorgt werden.

Eine Entsorgung über den Hausmüll funktioniert zwar auch, aber dessen Entsorgung müsste extra zusätzlich bezahlt werden; was keinen Sinn macht.

 

Der überwiegende Anteil wird aus Plastic sein,

jedoch auch Weißblech Konserven und Aluminium gehören in die Gelbe Entsorgungskette.

Becher, Dosen und Büchsen sollten leer sein.

 

Anderes Material gehört nicht in die Gelbe Entsorgungkette.

Obwohl durchaus nicht immer kontrolliert werden kann, ob nicht dennoch Plastic ohne den Gelben Punkt mit entsorgt wird.

 

Seit neuestem (Mitte 2016) werden auch Coffee Caps akzeptiert, auch wenn sie keinen Grünen Punkt aufgedruckt haben. Hier wird begrüßt, dass das wertvolle Aluminium dieser Kapseln leichter wieder verwendet werden kann.

 

 

  • Papier – Blaue Tonne

Papier, Pappe, Schachteln, Tüten, Zeitungen, Zeitschriften, Eierkartons,

Werbeschriften; Pizzakartons ohne Pizza.

Kein Metall, kein Plastic, kein Metall, keine Pizza, kein Papier mit Kleber.

 

 

 

  • Bio – Braune Tonne

Organisch abbaubare Abfälle, Speisereste, verdorbene Lebensmittel, Fleisch, Fisch, Knochen, Pizzareste, Kaffeefilter, Teebeutel, Pflanzen (ohne Topf), Blumen, NussSchalen, Kleintierstreu, Gartenabfälle.
Kein Metall, kein Plastic, keine Einkaufstüten, keine Keramik.

 

 

 

  • Restmüll - Schwarze Tonne, Container

Abfälle, die nicht in eine der anderen Tonnen gehören.
Das sind insbesondere Kehricht, Hygieneartikel, Windeln, alte Fotos, kaputtes Geschirr, Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen.

Die Entsorgung dieser Abfälle wird gesondert berechnet; deswegen sollten hier nur wirkliche Abfälle, die nicht wieder verwertet werden können, eingelegt werden.

 

  • Sondermüll

Sondermüll ist kein Restmüll, sondern Müll, der in keine der bisherigen Gruppen passt.

Dazu gehören besonders Medizin, Farbe, Klebstoff, Lack, Altöl, Autobatterien, Asbest, Chemikalien, Lösungsmittel, Säure, Styropor, Leuchtstofflampen, Glasscheiben, Spiegel.

 

 

 

  • Batterien, Akkus

Batterien und Akkus haben auch giftige Bestandteile, und sie dürfen deswegen nicht einfach weggeworfen werden, auch nicht in den Restmüll.

Hierfür gibt es besondere Sammelstellen.

Der Handel nimmt sie zurück. Auch bei Gemeindeverwaltungen werden sie gesammelt.

Es sollte nicht passieren, dass Batterien undicht werden und auslaufen. Die austretende Säure zerfrisst alles, deswegen undichte Batterien sofort entsorgen.

 

 

  • Glas

Glas wird getrennt nach Farbe entsorgt. Weiss – braun – grün.
Blechdeckel, Kronenkorken und Weinkorken oder Plasticverschlüsse gehören
nicht in die Altglascontainer.
Kein Fensterglas, kein Spiegelglas!

 

 

  • Altkleider, Schuhe

Altkleider- Container sind keine Abladestelle für Schrott.

Schuhe gehören paarweise zusammengebunden.
Es wird dringend empfohlen, die Sachen vor der Abgabe gründlich zu durchsuchen auf Wertgegenstände, Geld oder Andenken. Die Sachen werden zwar bei der Annahme noch einmal untersucht, aber das ist keine Garantie, dass etwas gefunden wird.